Der Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez wurde gestern aus dem Parlamentsklub der ÖVP ausgeschlossen. Dies wurde durch Kanzler Kurz und Klubdirektor Wöginger bekannt gegeben. Der angegebene Grund für diesen Entschluss stellte die Aufregung um einen Tweet von Dönmez dar, welcher als sexistisch bewertet wurde.
Dönmez hatte jedoch klargestellt, dass seine Bemerkung nicht sexistisch gemeint war. Er wollte in einem anderen Zusammenhang Kritik üben. Gegenüber der muslimischen SPD-Staatssekretärin Saswan Chebli, deren Familie aus Palästina stammt, erklärte Dönmez, dass man vielleicht an ihren Knien Hinweise entdecken könne, die Fragen zu ihrer Qualifikation beantworten mögen.
Ein Schelm, wer Böses hierbei denkt. Dönmez spielte darauf an, dass seiner Meinung nach Frau Chebli den Islamisten den roten Teppich ausrolle. Diese habe in der Vergangenheit umstrittene Äußerungen zur Frage der Kompatibilität von Demokratie und Islam getätigt. So bezeichnete sie das Kopftuch als religiöse Pflicht und die Scharia als im Einklang mit der Demokratie stehend.
Berücksichtigt man den Hintergrund von Dönmez als liberalen Muslim, welcher gegen islamistische Umtriebe ins Feld zieht und immer wieder fragwürdige Verbindungen zwischen SP-lern und radikalen Muslimen aufdeckt, muss seine Aussage mindestens als dreideutig aufgefasst werden. Schließlich stellt der sogenannte Gebetsfleck auf der Stirn strenggläubiger Muslime für solche ein Statussymbol dar.
Trotz alledem wurde Dönmez durch VP-Damen „Verachtung von Frauen“ vorgeworfen, was in der neuen ÖVP keinen Platz habe. Was Salafisten nicht schaffen, schaffen Suffragetten. Ein Realist, wem Böses hierbei schwant.

[Text: G.B.; Bild: Wikipedia/Österreichische Volkspartei; Lizenz: frei]