Den klingenden Namen „Nuestra Madre de Loreto“ trägt das Fischerboot, das sich seit gut einer Woche im Mittelmeer zwischen der libyschen Hauptstadt Tripolis und Malta befindet. In die Medien schaffte es das Schiff, das unter spanischer Flagge fährt, aber wegen einer besonderen Fracht: zwölf illegale Einwanderer aus Afrika, die vor einer Woche aus dem Mittelmeer gefischt wurden. Nachdem Italien und Malta die Aufnahme der Migranten verweigert hatten, sollen diese nun nach dem Willen der spanischen Behörden nach Tripolis gebracht werden.

Sollte es bei dieser Entscheidung bleiben, wäre dies eine Änderung der Politik Spaniens. Denn bisher hat die sozialistische Regierung in Madrid stets der Aufnahme von „aus Seenot Geretteten“ zugestimmt. Im Juni etwa brachte das NGO-Schiff „Aquarius“ mehr als 600 illegale Einwanderer nach Spanien.

Sollte nun auch Spanien den Wassertaxi-Diensten einschlägiger NGOs einen Riegel vorschieben, wäre dies ein herber Rückschlag für die „Helfer“. Deshalb behaupten NGO-Vertreter gebetsmühlenartig, Libyen bzw. Tripolis könne nicht als sicherer Hafen angesehen werden, weshalb Spanien die zwölf aus dem Niger, Somalia, dem Sudan, dem Senegal und Ägypten stammenden illegalen Einwanderer aufnehmen soll. Zudem versuchen sie Druck auszuüben, weil angeblich ein Unwetter aufzieht.

Indessen scheinen die „Geretteten“ ihr wahres Gesicht zu zeigen und sind offenbar bereit, eine Anlandung der „Nuestra Madre de Loreto“ in einem europäischen Hafen auch mit Gewalt zu erzwingen. Denn der Kapitän des Fischkutters, Pascual Dura, sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Wenn wir nach Libyen zurückkehren, riskieren wir eine Meuterei (…) Wenn sie (die Migranten, Anm.) das Wort ‚Libyen‘ hören, werden sie sehr nervös und hysterisch, und es ist schwierig, sie zu beruhigen.“ Der Kapitän ist übrigens ein Gutmensch: „Wir wollen sie nicht nach Libyen zurückbringen.“ Aus welchen Gründen er seiner Verantwortung nicht nachkommen möchte, sagte Dura nicht.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Vito Manzari; Lizenz: CC BY 2.0]