Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ ist im Besitz von zumindest einer speziellen Druckmaschine, mit der sich originale syrische Reisepässe herstellen lassen. Die Druckmaschine befindet sich in der von den Dschihadisten kontrollierten Stadt Deir ez-Zour. Auch besitzt der IS jede Menge von Rohlingen syrischer Pässe. Dies bestätigte FBI-Direktor James Comey bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senates. „Die Gemeinschaft der Nachrichtendienste ist besorgt, dass sie (der IS, Anm.) die Fähigkeit und die Kapazität haben, falsche Reisepässe herzustellen“, warnte Comey.

Bei seiner Anhörung sagte Comey auch, dass das FBI „Gründe zur Annahme“ habe, dass sich IS-Leute bereits auf US-Boden befinden. Zudem wäre es für IS-Dschihadisten einfacher, sich mit den falschen Pässen unter die Flüchtlinge zu mischen und so nach Europa zu kommen. In einem Bericht der US-Heimatschutzbehörde wird auch ein Fall erwähnt, in dem in der Türkei ein syrischer Reisepass gefunden wurde, dessen Nummer darauf schließen lässt, dass er in diesem Jahr in dem vom IS kontrollierten Gebiet gedruckt wurde.

Welche Gefahr für Europa durch die unkontrollierte Masseneinwanderung aus dem Nahen Osten ausgeht, zeigen auch die Pariser Terroranschläge vom 13. November. Dabei wurde von zwei der Selbstmordattentäter ein falscher syrischer Reisepass verwendet. Die Behörden gehen davon aus, dass die beiden Massenmörder als Flüchtlinge getarnt nach Europa gekommen sind. Wie einfach es ist, an einen syrischen Pass zu gelangen, bewies im September der niederländische Journalist Harald Doornbos. Er kaufte um 825 Dollar das falsche Dokument, und innerhalb von 40 Stunden wurde es ihm geliefert.

 

 

Text: B. T.
Bild: wikimedia.org/Islamic State (IS)