Das schönste Geburtstagsgeschenk hat das Kunsthistorische Museum schon bekommen, Johannes Holzhausens Film „Das große Museum“, der 2014 in die Kinos kam, zeigt unprätentiös und liebevoll die Arbeit an und mit den alten Meistern. Das ganze Jahr 2016 feiert das Museum seinen 125. Jubeltag, am 8. März wurde die bis 11. September laufende Jubiläumsausstellung „Feste feiern“ eröffnet, wo man sich der europäischen Festkultur widmet. Die vielen Veranstaltungen des heurigen Jahres rücken vor allem die im Museum präsentierten Objekte in den Vordergrund, erst im Herbst wird die Hausgeschichte durch drei Kabinettausstellungen näher beleuchtet. Eine davon wird speziell das Verhältnis Franz Josephs, dem man keine große Affinität zur bildenden Kunst nachsagt, zum KHM zeigen. Allzu nostalgisch wird man die Schau wohl nicht anlegen, da die Diskrepanz zur heutigen kulturpolitischen Situation allzu offensichtlich wäre.

Das KHM und seine Direktorin Sabine Haag sind durch die museumsstrategischen Weichenstellungen des zuständigen Ministers Josef Ostermayer schwer unter Druck geraten. Haag, als Direktorin eine einsame – wenn auch recht glückliche – Entscheidung von Ostermayers Vorgängerin Claudia Schmied, hatte es nicht leicht mit dem neuen Minister, der nach dem Burgtheater-Debakel sämtlichen Bestellungen seiner Amtsvorgängerin sehr kritisch gegenüberstand. Dazu musste sie in die sehr großen Fußstapfen ihres Vorgängers Wilfried Seipel hineinfinden, der aus dem Haus eine perfekt geschmierte Marketingmaschine gemacht hatte. Seitdem Ostermayer dazu von der idée fixe beherrscht ist, der Republik ein Haus der Geschichte zu hinterlassen, ist das KHM unter Druck, die Expansion der Österreichischen Nationalbibliothek, mit der man sich die Neue Burg teilt, und an die das Haus der Geschichte angebunden werden soll, einzudämmen. Zwei Zweigstellen des KHM in der Neuen Burg sind nämlich die Hauptleidtragenden des von SPÖ-Historiker Oliver Rathkolb orchestrierten Coups. Räumlich bereits fix für das SPÖ-Museum eingeplant ist die Sammlung alter Musikinstrumente, die sich seit 1916 (!) an ihrem heutigen Aufstellungsort in der Neuen Burg befindet und in ihrem Kern auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Allein die Verbringung dieser weltweit bedeutendsten Sammlung von Instrumenten aus Renaissance und Barock an einen noch unbekannten Ort wird mehrere Millionen Euro kosten.

 

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[Bild: Stern/wikimedia.org]