Michael Häupl hat mit der Debatte über islamische Kindergärten in Wien keine Freude. So spricht er von einem „Wien-Bashing“ und einem „Medien-Tamtam“.

Allerdings geht es dem Wiener Bürgermeister weniger um den Schutz von Kindern vor dschihastischer Indoktrinierung, sondern weil die Sache für seine SPÖ höchst unangenehm ist. Schließlich verdeutlicht sie, dass die Wiener Roten islamistischen Umtrieben in Kindergärten über Jahre tatenlos zugesehen haben. Diesbezüglich verwiesen die Wiener Freiheitlichen auf eine Anfrage vom letzten Jahr, ob es in islamischen Kindergärten Kontrollen zur Verhinderung islamistischer Aktivitäten gäbe. Dabei sei salopp geantwortet wurden, dass die Mitarbeiter „eh“ sensibilisiert seien. Angeblich habe es auch Kontrollen gegeben, was FPÖ-Klubobmann Dominik Nepp jedoch bezweifelt: „Wie diese stattgefunden haben, ist allerdings ein Rätsel.“ Die Freiheitlichen vermuten, der rot–grünen Stadtregierung sei es „einzig wichtig, es der islamischen Wählerklientel recht zu machen“.

Mittlerweile geht es bei den islamischen Kindergärten in der Bundeshauptstadt aber nicht nur um die Radikalisierung von Kindern, sondern auch um strafrechtliche Delikte. Jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft Wien Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug, Förderungsmissbrauch und Fälschung von Finanzdokumenten. Im Zentrum steht dabei Abdullah P. und seine Vereine, die Kindergärten betreiben. Er steht im Verdacht, mittels Strohmännern zu Unrecht Subventionen der Stadt Wien lukriert zu haben. Eine enge Mitarbeiterin von Abdullah P. bestätigte bereits, dass die für den Erhalt einer Förderung erforderlichen Gemeinnützigkeitsbescheinigungen des Finanzministeriums offenbar gefälscht wurden. Insgesamt soll P. mehr als eine halbe Million an Förderungen von der Stadt kassiert haben.

 

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Bild: SPÖ.at