„Ein überaus talentierter Geschäftsmann“, urteilte einst ein ehemaliger Compagnon über den späteren 41. Präsidenten der USA. Dennoch zog es ihn immer wieder in den Staatsdienst. Nicht um der Karriere und des Geldes willen, denn beides hatte er bereits im texanischen Ölgeschäft erreicht, sondern um seinem Land zu dienen.

Wenn Europäer vom sogenannten WASP sprechen, dem weißen angelsächsischen Protestanten, erscheint Bush sen. geradezu prototypisch vor dem geistigen Auge als personifizierter New England-Patrizier. Jedoch nicht im negativen Sinne als abgehobener Geld- und Politik-Aristokrat, sondern als Pater Patriae, dessen Tüchtigkeit keinem Selbstzweck oder reinem Karrierismus dient. Sie dient vielmehr Gottgefälligkeit, gemäß der Prädestinationslehre, Sicherheit der Familie sowie dem nationalen Gemeinwohl. Virtus im ureigenen Sinne.

Vom Navy-Kampfpiloten im Pazifik über Kongress, CIA-Direktorium und Vizepräsidentschaft unter Reagan führte der Weg ins Weiße Haus. Der Fall des Eisernen Vorhangs, die deutsche Wiedervereinigung, der zweite Golfkrieg, der Zusammenbruch der Sowjetunion wurden mit Umsichtigkeit, Scharfsinn und Konsequenz erfolgreichen Enden zugeführt. Der „ex post“-Blickwinkel versperrt oftmals die Sicht darauf, wie sehr vieles auf des Messers Schneide gestanden ist. Man denke an das Blutvergießen im Baltikum oder dem Putschversuch der Hardliner gegen Gorbatschow.

Verschiedene Zeiten erfordern verschiedene Mittel. Auch Stilmittel. So urteilte US-Präsident Trump über seinen parteiinternen Konkurrenten Jeb Bush, der Sohn, welcher dem Vater am ähnlichsten sein soll. Dieser habe nichts falsch gemacht. Es war einfach nicht seine Zeit.

Daran sollten sich viele erinnern, welche nunmehr dem Mann würdigen, um einen anderen zu schmälern. Dies haben beide nicht verdient.

[Text: G.B.; Bild: Wikipedia/Johnny Bivera; Lizenz: Public Domain]