Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Dieser alte Grundsatz gilt insbesondere für die Goldreserven eines Landes. Daher kündigte der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, an, dass bis 2020 zumindest die Hälfte der bundesdeutschen Goldreserven heimgeholt werden. Weidmann zufolge wurden bis jetzt 366 Tonnen Gold im Wert von 11,5 Milliarden Euro nach Frankfurt, wo die Deutsche Bundesbank ihren Sitz hat, geliefert. In der Mainmetropole „befinden sich etwa 1.400 Tonnen Gold oder 41,5 Prozent unserer Goldreserven“, gab der Notenbankpräsident bekannt.

Im Oktober 2015 betrugen die Goldreserven der Bundesrepublik rund 3.384 Tonnen, der Wert belief sich auf etwa 120 Milliarden Euro. Damit verfügt Deutschland nach den USA über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Wie Weidmann erklärte, sollen die restlichen Goldreserven weiterhin in New York und in London, wo sie angeblich genauso sicher wären wie in Deutschland, gelagert werden. Außerdem sagte der Notenbanker, diese Reserven würden bei einer Krise rasch an den dortigen Finanzplätzen in Geld umgewandelt werden.

Es ist davon auszugehen, dass die Kritik an der Deutschen Bundesbank anhalten wird. Denn viele Bürger und mehrere Initiativen fordern, dass die gesamten Goldreserven zurückgeholt werden, weil Gold die tatsächliche Verfügbarkeit über das Edelmetall der beste Krisenschutz sei.

 

[Text: B. T.; Bild: PHGCOM/wikimedia.org]