In den Vereinigten Staaten nimmt das Gerede von der angeblichen „russischen Gefahr“ fast schon paranoide Züge an. Mit dieser bewusst geschürten Hysterie geht ein massives Aufrüstungsprogramm einher, von dem insbesondere die US-amerikanischen Rüstungskonzerne profitierten. So steht im Antrag für den Verteidigungshaushalt 2017 von Präsident Barack Obama: „Wir treten der aggressiven Politik Russlands durch Investitionen in eine breite Palette von Fähigkeiten entgegen.“ Diese Investitionen beziehen sich unter anderem auf die Entwicklung neuer Langstreckenbomber und unbemannter Systeme sowie der „Modernisierung unseres Atomwaffenarsenals“.

Ins Nukleararsenal sollen in den kommenden Jahren eine Billion Dollar fließen, um neue Marschflugkörper, Interkontinentalraketen und Atom-U-Boote anzuschaffen. Im Dezember bestätigte Brian McKeon, Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerin, bei einer Anhörung im Kongress, dass „wir als Antwort auf die wichtigsten Provokationen Russlands in neue Technologien investieren“ und „sowohl zur Abschreckung von Nuklearangriffen als auch zur Beruhigung unserer Verbündeten unser Atomwaffenarsenal – das strategische wie das nicht strategische – modernisieren“.

Mit diesem Rückfall in die Zeit des Höhepunktes des Kalten Krieges droht Washington ein für den Weltfrieden gefährliches atomares Wettrüsten in Gang zu setzen. „Sowohl Russland als auch die Vereinigten Staaten verwenden nun offiziell und öffentlich die andere Seite als Rechtfertigung dafür, ihre Atomwaffen-Programme zu modernisieren,“ sagte Hans Kristensen, der Direktor des Atom-Informations-Projekts, dem Internet-Portal „The Intercept“. Mit der nun betriebenen Aufrüstung und der damit verbundenen Gefährdung des Weltfriedens, für die Präsident Obama die politische Verantwortung trägt, wird einmal mehr deutlich, dass die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn im Jahr 2009 ein großer Fehler war.

 

[Text: B. T.; Bild: United States Department of Energy/wikimedia.org]