Nicht nur der Krieg in Afghanistan kostet die US-Steuerzahler gewaltige Summen, sondern auch der Wiederaufbau des zerstörten Landes. Und dabei ist jede Menge Geld in dunklen Kanälen versickert. Das geht aus einem Brief hervor, den der Spezialinspektor für den Wiederaufbau in Afghanistan, John Sopko, an US-Verteidigungsminister Ashton Carter gerichtet hat. Demnach hat der Bau einer Gastankstelle sagenhafte 43 Millionen Dollar gekostet. Zum Vergleich: Der Bau einer vergleichbaren Tankstelle kostet im benachbarten Pakistan 500.000 Dollar. Kein Wunder also, dass Sopko in einem Brief von „überflüssigen und extremen“ Kosten und einem „möglicherweise kriminellen“ Verhalten spricht.

Auch sonst hat der Spezialinspektor einiges zu bemängeln. So habe das Wiederaufbauprogramm des Pentagons „einige beunruhigende Aspekte“. Auch sei es „schockierend und unglaubwürdig, dass das Verteidigungsministerium bestätigte, dass es keine Kenntnis mehr über TFBSO habe, ein 800 Millionen Dollar teures Programm, das direkt dem Büro des Verteidigungsministers untersteht und das nach nur sechs Monaten eingestellt wurde“. Jedenfalls dürften sich beim afghanischen Wiederaufbau einige Unternehmen mit Regierungsnähe auf Kosten der US-Steuerzahler schamlos bereichert haben.

Mittlerweile fordert die demokratische Senatorin Claire McCaskill, die im Streitkräfteausschuss sitzt, von Verteidigungsminister Ashton Aufklärung über die Luxus-Tankstelle. „Es gibt nur wenige Dinge in diesem Job, die mich sprachlos machen“, schreibt sie in einer Erklärung. „Aber all die Beispiele von verschwenderischen Projekten des Pentagons in Afghanistan und im Irak begannen vor unseren Reformen über die Auftragsvergabe in Kriegszeiten (2012, Anm.), was mich wirklich schockiert hat.“ Jedenfalls dürften sich beim afghanischen Wiederaufbau einige Unternehmen mit Regierungsnähe auf Kosten der US-Steuerzahler schamlos bereichert haben.

 

 

Text: B. T.
Bild: sigar.mil