Bis zum 29. Lebensjahr liegen Frauen mit den Männern beim unselbständigen Einkommen fast gleichauf. „Dann bekommen viele ihr erstes Kind. Danach vergrößert sich die Lohnlücke“, erklärte eine der Autorinnen der Studie der Forscher des IW-Institutes (Institut der deutschen Wirtschaft Köln). Und das hat seine Gründe. Um weiter für ihre Kinder tätig sein zu können, streben jene, die wieder in den Beruf zurückkehren wollen, Teilzeitbeschäftigungen an, die nicht so gut honoriert sind wie Vollzeitarbeitsplätze.

 Dazu kommt, dass Frauen eher in kleineren Betrieben arbeiten, die ebenfalls schlechter zahlen als große, zumeist internationale Konzerne. Und dann ist da auch noch die Branchenwahl. Frauen arbeiten häufig im Gesundheits- und Sozialwesen, seltener in der Industrie, wo hohe Gehälter gezahlt werden. Und dort sind es eher Männer, die Positionen mit Führungsverantwortung übernehmen, die mehr Selbständigkeit erfordern.

Es ist also eher eine Frage der Strukturen in globalen Großkonzernen und auch der persönlichen Einstellungen und Vorlieben von Frauen, die für die gesamtwirtschaftlich vorhandene Einkommensdifferenz begründen.

 

[Text: W. T.; Bild: ZZ-Archiv]