Wegen der Schlacht um Aleppo sind bisher rund 80.000 Syrer an die türkische Grenze geflüchtet. Doch die Türkei weigert sich, den Flüchtlingen die Einreise zu gestatten. Das ist aber der EU nicht recht, sie fordert Ankara auf, die Grenze für die Syrer zu öffnen. Geschähe dies, dann würde der Migrationsstrom nach Europa schlagartig anschwellen. Denn sind die Syrer erst einmal auf türkischem Staatsgebiet, dann würden sie rasch in Richtung EU weiterziehen und das Asylchaos insbesondere in Österreich und der Bundesrepublik noch weiter schärfen.

Zudem würde sich die finanzielle Belastung der Steuerzahler in den betroffenen EU-Mitgliedstaaten noch weiter verstärken. Aber das scheint Brüssel egal zu sein, womit sich einmal mehr zeigt, wie verantwortungslos die Europäische Union in dieser für Europa so wichtigen Frage handelt.

Indessen mehren sich die Anzeichen, dass die Türkei – auch mit militärischen Mitteln – in Nordsyrien eine sogenannte Schutzzone errichten will. Dies wäre eine Möglichkeit, den Syrern Schutz in ihrer Heimat zu bieten, wo sie von der internationalen Gemeinschaft versorgt werden könnten. Und daran sollte sich die Europäische Union, gemeinsam mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, auch finanziell beteiligen. Denn Ziel muss es sein, die syrischen Flüchtlinge nach Möglichkeit in oder in unmittelbarer Nähe ihrer Heimat zu versorgen – was die Türkei offenbar plant.

 

[Text: A. M.; Bild: Zyzzzzzy/wikimedia.org]