Eine Historikerkommission mit Professor Lothar Höbelt, dem Doyen der Geschichte des Dritten Lagers, kommt für die Österreichische Hochschülerschaft nicht in Frage. Schließlich und endlich soll dieser den Nationalsozialismus verharmlost haben, so Sandra Velebit vom VSStÖ. Den Beweis dafür kann die rote Studentenschaft zwar nicht antreten, aber drehen wir den Spieß doch einfach einmal um. Natürlich nur in Form eines Gedankenspiels.
Die rote Studentenschaft soll mittels einer Historikerkommission die Frage klären, ob die marxistisch-leninistische, die trotzkistische oder vielmehr die maoistische Linie vorherrschend ist. Selbstverständlich will niemand behaupten, dass der Stalinismus nicht ausreichend aufgearbeitet wurde. Sie mögen bitte verzeihen. Konservative sind diesbezüglich nicht sehr sattelfest. Aber schließlich werden Corpsstudenten und Burschenschafter auch ständig in den selben Topf geworfen.
Auch den gnädigen Damen von „Omas gegen Rechts“, welche Sexismus sowie Antisemitismus im selben Eintopf einrühren, sei ein Lesetipp angediehen. „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg. Dort werden sie zahlreiche Witze finden, die jüdische Frauen über jüdische Männer und umgekehrt erzählen…
Einen besonderen „Lektürenkurs“ bietet die ÖH der Universität Wien an, nämlich zu „Das Kapital“, Band 1, von Karl Marx. Dieser wöchentliche Lektürenkurs wendet sich „vor allem an diejenigen, die in eine Auseinandersetzung mit der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie einsteigen möchten und keine größeren Vorkenntnisse haben“. Mit anderen Worten: Die Zwangsvertretung der Studenten beginnt ein neues Projekt marxistischer Indoktrinierung. Kein Wunder, gibt es doch aus Sicht der linksextremen Studiosi noch viel zu tun. Schließlich greifen nach dem „befremdlichen Überleben des Neoliberalismus neue autoritäre Formen um sich“. Sinnvolle Studentenvertretung sieht freilich anders aus.

16.02.2018, 10:18 von GSvA |