Nahe der Stadt Dünkirchen im Norden Frankreichs brannte ein Flüchtlingslager – oder, besser gesagt: Lager für illegale Einwanderer – nieder. Das Feuer wurde an verschiedenen Stellen gleichzeitig gelegt, bei dem Brand wurden zehn Personen verletzt. Der Brandstiftung vorausgegangen waren Schlägereien zwischen (irakischen) Kurden und Afghanen, die rasch in eine Messerstecherei ausartete. Rund 150 illegale Einwanderer waren in den Gewaltausbruch verwickelt. Wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtet, musste die Polizei, die vereinzelt mit Steinen beworfen wurde, mit einem Großangebot anrücken, um die Ordnung wiederherzustellen. Zudem feuerten die Ordnungshüter 20 Salven an Tränengasgranaten ab.

Berichten zufolge soll der Auslöser der Gewalt eine Benachteiligung bei der Unterbringung gewesen sein. Die Afghanen, die nach der Auflösung des illegalen „Dschungel“-Lagers in Calais im vergangenen Oktober nach Grand-Synthe bei Dünkirchen gezogen waren, wären angeblich „unglücklich“ darüber gewesen, dass sie in Gemeinschaftsküchen untergebracht waren, während die Kurden in Hütten schlafen konnten.

Wie Michel Lalande, der Präfekt der Region Nord Medien gegenüber sagte, blieb von den 300 Hütten des Lagers „nichts als Asche übrig“. Wegen der Brandstiftung mussten unterschiedlichen Berichten zufolge zwischen 1.000 und 1.500 illegale Einwanderer in Notunterkünften untergebracht werden. Seitens der französischen Regierung gab es Pläne, das Lager Grand-Synthe zu schließen. Der Grund: Gewalt und wiederholte Zusammenstöße mit der Polizei.

 

[Texte: B. T.; Bild: Screenshot Twitter/AFP]