Frankreichs sozialistische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem steht unter heftiger Kritik. Die aus Marokko stammende Einwanderin fordert nämlich, dass an den Grundschulen Arabisch unterrichtet wird. „Arabisch wird an Grundschulen unterrichtet werden, wenn es dazu das erforderliche Lehrpersonal gibt und die Eltern danach fragen“, sagte Vallaud-Belkacem dem französischen Fernsehsender BFM.

Der Vorstoß der Ministerin stößt wenig überraschend auf heftige Ablehnung. „Junge Menschen brauchen diese Irrlehre nicht, sondern Kurse in Französisch und Geschichte, um sich erfolgreich zu assimilieren“, erklärt Louis Aliot vom Front National. „In Frankreich ist es die französische Kultur, die zuerst gelernt werden muss“, findet der Abgeordnete Bruno Le Maire von den Republikanern, der größten bürgerlichen Oppositionspartei in Frankreich. Und Le Maires Kollegin Annie Genevard warnt, dass der Arabischunterricht ein „Trojanisches Pferd“ sein und zur „islamistischen Indoktrination“ führen könnte.

Doch Vallaud-Belkacem beharrt stur auf ihrem Plan, schließlich sei Arabisch die Amtssprache in 26 Staaten auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika. Tatsächlich geht es der gebürtigen Marokkanerin darum, die traditionell in Frankreich unterrichteten Fremdsprachen, nämlich Englisch und Deutsch, zulasten des Arabischen zurückzudrängen. Nach Angaben der Zeitung „Le Monde“ lernen 95 Prozent der französischen Schüler Englisch, aber nur 0,1 Prozent Arabisch. Weil Fremdsprachen die wichtigste Verbindung zu anderen Kulturräumen sind, wird deutlich, dass Vallaud-Belkacem vor allem die Kinder der rund fünf Millionen in Frankreich ansässigen Mohammedaner dem arabischen Kulturraum näherbringen will.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot najat-vallaud-belkacem.com]