Mehr als 70.000 Personen wanderten der nationalen Statistikbehörde zufolge 2016 nach Neuseeland ein. Geht es nach der rechtsliberalen Regierung des 4,3 Millionen Einwohner zählenden Inselstaates im Südpazifik, soll damit nun Schluss sein. Vor allem soll die Einwanderung ins Sozialsystem unterbunden werden. So sollen unqualifizierte Arbeitnehmer künftig nur mehr ein Visum für maximal drei Jahre erhalten. Um Chancen auf dauerhaften Aufenthalt in Neuseeland zu haben, muss ein Einwanderer als „qualifiziert“ gelten. Dafür muss ein jährliches Durchschnittseinkommen von ungefähr 32.000 Euro vorweisen.

Laut Einwanderungsminister Michael Woodhouse soll mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket „die Qualität der Einwanderer nach Neuseeland verbessert werden“. Zudem wies Woodhouse darauf hin, dass es „wichtig ist, dass unsere Einwanderungsbestimmungen die richtigen Leute mit den richtigen Fertigkeiten anziehen, um zum Wachstum unserer Wirtschaft beizutragen“. Das scheint bisher offenbar aber nicht der Fall gewesen zu sein. Bemerkenswert ist auch, dass sich Woodhouse offen zur „Kiwis-zuerst“-Politik bekannte. Die Neuseeländer bezeichnen sich gerne selbst als „Kiwis“.

Auch ein anderes klassisches Einwanderungsland in der Region, nämlich Australien, verschärft seine Einwanderungsbestimmungen. Premierminister Malcolm Turnbull kündigte an, das 457-Arbeitsvisum, das die meisten Arbeiter aus dem Ausland haben, durch zwei neue Visa-Kategorien ersetzen zu wollen. Wie der Regierungschef erklärte, geht es bei der geplanten Gesetzesänderung um den Schutz australischer Arbeitnehmer: „Australier müssen bei australischen Arbeitsplätzen Vorrang haben. Daher schaffen wir das 457-Visum ab, jenes Visum, das die meisten Hilfsarbeiter ins Land bringt.“ Die konservative Regierung in Canberra kündigte zudem an, die berufliche Qualifizierung von Australiern verstärkt zu fördern.

 

[Text: B. T.; Bild: Iambicpentameter186/wikimedia.org]