Entweder er verkauft Schweinefleisch oder Alkohol, oder seinem Laden droht die Zwangsschließung. Vor diese Alternative stellen die Behörden von Colombes, einer Stadt im Großraum Paris, den moslemischen Betreiber eines Supermarktes nach Beschwerden von Anwohnern. Laut Pachtvertrag ist der Inhaber des Supermarktes, Soulemane Yalcin, verpflichtet, ein „allgemeines Lebensmittelgeschäft“ zu betreiben. Die lokalen Behörden erklären, dass Yalcin aufgrund des Fehlens von Alkohol und Schweinefleisch keine Grundversorgung der gesamten Gemeinde anbiete. Bevor der Moslem 2015 den Supermarkt übernahm, konnte man in dem Geschäft alles kaufen.

Die Bürgermeisterin von Colombes, Nicole Goueta, besuchte den Laden und forderte den Betreiber auf, sowohl einen kleinen Bereich einzurichten, wo Alkohol verkauft wird, als auch eine Delikatessenabteilung, um dem Bedarf der Anwohner gerecht zu werden. Vor allem für ältere Einwohner ist es beschwerlich, in die nächste Stadt zu fahren, wenn sie alkoholische Getränke oder Schweinefleischprodukte kaufen möchten. Jerome Besnard vom Bürgermeisterbüro erklärt, „wir wollen eine soziale Durchmischung. Wir wollen keinen Bereich, der ausschließlich moslemisch ist und kein Gebiet, wo es keine Moslems gibt.

Yalcin begründet die Diskriminierung der Franzosen folgendermaßen: „Alle Geschäfte, die Alkohol verkaufen, haben Sicherheitsprobleme“, zitiert ihn die Zeitung „Le Parisien“. Und er verkaufe deshalb keinen Schinken und Speck, weil der Vorbesitzer des Ladens angeblich „so große Verluste in der Feinkostabteilung machte“. Am 13. Oktober wird der Fall vor einem Gericht verhandelt.

 

[Text: B. T.; Bild: Rainer Zenz/wikimedia.org]