Während die Türken mehrheitlich dem autoritären Gehabe von Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Strich durch die Rechnung machten und seiner islamistisch orientierten AKP-Partei bei den Parlamentswahlen empfindliche Verluste bescherten, so kann er sich dennoch auf eine Wählergruppe stützen: die sogenannten Deutsch-Türken. Wählten in der Türkei 40,7 Prozent die AKP (2011: 49,8 Prozent), so stimmen von den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden wahlberechtigten Türken 53 Prozent für die Regierungspartei, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die neue, pro-kurdische HDP kam in unserem Nachbarland auf 18,7 Prozent, und die laizistische CHP auf 15,8 Prozent der Stimmen.

Noch deutlicher ist das Ergebnis in Österreich: Von den in der Alpenrepublik lebenden Türken, wie an der Parlamentswahl teilnahmen, stimmten 64 Prozent für die AKP, und die HDP kam auf rund 14 Prozent. Fast die Hälfte der rund 2,9 Millionen Türken, die im Ausland ihre Stimme abgeben durften, leben in Deutschland. Nach Angaben von Anadolu lag deren Wahlbeteiligung bei rund 44 Prozent.

 

B. T.

 

 

(Bild: Kahire Yunus Emre Enstitüsü/wikimedia.org)