Italien will sich von sogenannten Nichtregierungsorganisationen, die illegalen Einwanderern Fährdienste über das Mittelmeer anbieten, nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen. Das Schiff „Iuventa“ der deutschen NGO „Jugend rettet“, das regelmäßig Einwanderer nach Italien gebracht hatte, wurde von Booten der Küstenwache in den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa geleitet, durchsucht und anschließend beschlagnahmt. „Jugend rettet“ gehört zu jenen gutmenschlichen NGOs, die sich weigern, den von der Regierung in Rom vorgelegten Verhaltenskodex zu unterzeichnen und die damit zu erkennen geben, dass sie mit den italienischen Behörden nicht kooperieren wollen.

Die Begründung der Justiz für die Beschlagnahme der „Iuventa“ wirft ein bezeichnendes Licht auf die Machenschaften der selbsternannten „Seenotretter“. Den Besatzungsmitgliedern wird vorgeworfen, auf hoher See Kontakte mit Schleppern unterhalten zu haben. Damit sich dies nicht wiederhole, sei das Schiff beschlagnahmt worden, berichtete der Staatsanwalt der sizilianischen Stadt Trapani, Ambrogio Cartosio. Cartosio schloss jedoch Verbindungen zwischen der NGO und Schleppern auf dem libyschen Festland aus. Die Ermittlungen wegen Beihilfe zur Schlepperei laufen seit April.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot jugendrettet.org]