Es geht um Profite der US-Waffenlobby

 

Für die NATO ist die Ukraine-Krise ein willkommener Anlass, die Pläne zur Aufrüstung endlich in die Tat umzusetzen. Man habe es mit der größten Wiederaufrüstungswelle unter den Mitgliedstaaten des Militärpakts „seit dem Ende des Kalten Krieges“ zu tun, erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Zudem wurde die Zahl der Militärmanöver erhöht und sechs neue NATO-Hauptquartiere in den osteuropäischen Mitgliedstaaten errichtet.

Hauptprofiteur der NATO-Aufrüstung ist der militärisch-industrielle Komplex der Vereinigten Staaten, also die US-Waffenlobby. So wurde Mitte September bekannt, dass der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin der polnischen Luftwaffe 40 luftgestützte Raketen liefert. „Die JASSM-Raketen geben Polen operationelle Flexibilität, Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit bei Einsätzen“, heißt es in einer Erklärung von Lockheed Martin. Der Wert des Auftrags für die Lieferung der Marschflugkörper beträgt 500 Millionen US-Dollar, und wie das „Washington Business Journal“ berichtet, wurde zudem ein Übereinkommen über Folgeaufträge erzielt.

Auch mit dem NATO-Mitglied Lettland ist Lockheed Martin bereits ins Geschäft gekommen. Der US-Rüstungsriese wird der baltischen Republik ein Luftüberwachungssystem vom Typ TPS-77 Multi-Role Radars liefern. Das Besondere daran: Lettland ist das erste Land, das diese neue Generation des Luftüberwachungssystems erhält. Somit bieten die Ukraine-Krise und die antirussische Politik der NATO für die US-Rüstungsindustrie die Gelegenheit, ihre neuesten Produkte zu verkaufen.

 

 

Text: B. T.
Bild: U.S. Air Force/wikimedia.org