In Saudi-Arabien werde „nicht jeden Freitag geköpft“, meinte letzten Oktober die damalige Vize-Generalsekretärin des umstrittenen König-Abdullah-Zentrums, die frühere Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Wie neue Zahlen zeigen, wurden in dem steinzeitlich-islamischen Königreich seit Jahresbeginn 84 Hinrichtungen mit dem Schwert vollstreckt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2014.

Zuletzt erwischt es einen Pakistaner, der versucht haben soll, Heroin nach Saudi-Arabien zu schmuggeln. Doch nicht nur auf Rauschgifthandel oder Verbrechen wie Mord oder bewaffneter Raub steht die Todesstrafe, sondern auch – gemäß der Scharia – auf Apostasie, dem Abfall vom „wahren – sprich: islamischen – Glauben.

Seit König Salman seinem Bruder König Abdullah nachfolgte, der am 15. Jänner starb, ist die Zahl der Enthauptungen sprunghaft angestiegen. Besonders häufig betroffen sind Ausländer. Ein Fünftel der rund 30 Millionen Einwohner Saudi-Arabiens sind Gastarbeiter, überwiegend aus dem arabischen und asiatischen Raum. Die saudischen Behörden begründen die „Notwendigkeit“ der Köpfungen mit der „Aufrechterhaltung der Sicherheit und Durchsetzung der Justiz“ sowie mit der Abschreckung vor Straftaten.

 

B. T.

 

 

(Bild: Screenshot Liveleak.com)