Das politische Establishment in Berlin ist wieder einmal über die Alternative für Deutschland (AfD) empört. Anlass ist, dass sich derzeit eine kleine Delegation von AfD-Bundestagsabgeordneten und AfD-Landespolitikern aus Nordrhein-Westfalen in Syrien befindet. Die deutschen Patrioten „wollen sich ein Bild von der Lage machen“, erklärte AfD-Sprecher Christian Lüth. Die Reise dient der Erkundung über die tatsächliche Lage, „da die mediale Berichterstattung in Deutschland keine vertrauenswürdige Möglichkeit zur Einschätzung der tatsächlichen Situation in Syrien darstellt“. Daher wollen sich die AfD-Politiker „vor Ort ausführlich über die humanitäre Situation und die Wiederaufbauarbeiten in den von den Terroristen befreiten Gebieten zu erkundigen“.

Aber sich vor Ort ein Bild über die Lage zu machen, ist nicht Sache der bundesdeutschen Altparteien. So behauptet der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich, die Reise folge „einer gewissen Strategie, das Regime von Assad und seine Unterstützer aufzuwerten“. Die AfD-Vertreter hatten sich unter anderem mit Großmufti Ahmed Hassun getroffen, der von den Systemmedien als „Assad-treu“ bezeichnet wird.

Noch einen Schritt weiter ging Michael Brand von der CDU/CSU-Fraktion, der die Reise als „einfach widerlich“ bezeichnete. Brand wiederholte das westliche Mantra, wonach Baschar al-Assad, der rechtmäßige Präsident Syriens, die Personifizierung Satans sei. „Während Bomben und Giftgas von Diktator Assad eingesetzt werden“ würden die AfD-Politiker „ohne Skrupel in die Kameras lächeln und sich mit der Täter-Clique treffen“, sagte Michael Brand laut „Spiegel“. Allerdings gibt es bis heute keine stichhaltigen Beweise für den Einsatz von Giftgas durch Assad.

Was die Lage in Syrien betrifft, sei Brand, wenn er sich schon nicht vor Ort ein Bild von der Lage machen will, die Lektüre eines von der UNO am 30. Juni 2017 veröffentlichten Berichts empfohlen. Darin wird indirekt bestätigt, dass für viele Syrer das Leben unter Assad besser ist als in den von Islamisten gehaltenen Städten. So kehrten laut Schätzungen von Hilfsorganisationen in der ersten Jahreshälfte 2017 rund 440.000 Binnenvertriebene in ihre Heimatorte und -städte zurück. Und das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR beobachtete in diesem Zeitraum die Rückkehr von mehr als 31.000 syrischen Flüchtlingen aus den Nachbarländern.

[Text: B.T.; Bild: https://twitter.com]