Die Zukunft Moldawiens liegt im Osten und nicht im Westen, ist die Devise von Igor Dodon. Denn bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau stellte der moldawische Präsident das 2014 geschlossene Assoziierungsabkommen mit der EU infrage. „Ich war gegen dieses Abkommen. Es hat überhaupt keine Vorteile für Moldawien gebracht“, sagte der prorussische Sozialist, der vergangenen November knapp die Präsidentenwahl gewonnen hatte.

Dodon erklärte des Weiteren, dass Moldawien, das ärmste Land Europas aufgrund des Assoziierungsabkommens den russischen Markt verloren habe und, „seltsam genug, sind auch unsere Exporte in die EU zurückgegangen“. Moskau hatte, nachdem Chisinau den Assoziierungsvertrag mit der EU unterzeichnet hatte, Wirtschaftssanktionen gegen das zwischen Rumänien und der EU eingekeilte Land verhängt. Vor allem die Landwirtschaft, ein wichtiger Wirtschaftszweig Moldawiens, bekam die russischen Sanktionen zu spüren.

Bis das Assoziierungsabkommen mit Brüssel gekündigt werden kann, muss sich Dodon jedoch noch etwas in Geduld üben, weil es für einen solchen Schritt derzeit keine Mehrheit im Parlament gibt. Daher hofft der Präsident auf eine Machtverschiebung bei der nächsten Parlamentswahl, die planmäßig 2018 ansteht.

Geht es nach dem Willen Dodons, soll sich Moldawien wirtschaftspolitisch an Russland orientieren. Er sagte, er habe Hebel in Bewegung gesetzt, um ein Kooperationsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion zu unterzeichnen. Auch will Dodon einen Beobachterstatus in dem von Moskau dominierten eurasischen Integrationsprojekt. Überhaupt scheint der moldawische Präsident vom Westen und seinen „Werten“ nicht viel zu halten. Denn Dodon sprach sich in Moskau für eine strategische Partnerschaft mit Russland aus und meinte, seine Wahl zum Präsidenten hätte gezeigt, dass die Moldawier an der „Bewahrung traditioneller orthodoxer christlicher Werte“ interessiert seien.

 

[Text: B. T.; Bild: kremlin.ru]