Bei der Mittelmeerroute übernehmen zunehmend die Seestreitkräfte von EU-Mitgliedstaaten und sogenannte Hilfsorganisationen die Rolle von Schleppern. Wie „Spiegel online“ berichtet, wurden innerhalb von 24 Stunden 2.600 „Flüchtlinge“, also illegale Einwanderer von „internationalen Rettern“ aufgenommen. Zwei Kriegsschiffe der italienischen Marine nahmen rund 500 illegale Einwanderer auf, zwei Schiffe von „Ärzte ohne Grenzen“ 788, und ein irisches Kriegsschiff weitere hundert Personen. Sie alle wurden nach Italien gebracht.

Bemerkenswert ist folgender Satz in dem Artikel von „Spiegel online“: „Sie (die illegalen Einwanderer, Anm.) saßen in kleinen, nicht seetüchtigen Booten und wollten damit das Mittelmeer von Libyen aus überqueren.“ Die angeblich in Europa „Schutzsuchenden“ werden also von Schlepperbanden in irgendwelche Schlauchboote gesetzt, weil den Rest – die Überfahrt nach Europa – ohnedies EU-Staaten und „Hilfsorganisationen“ erledigen. Zudem hat diese Methode für Schlepperbanden den Vorteil, dass Schlauchboote in der Anschaffung vergleichsweise günstig sind, womit sich die Gewinnspannen erhöhen.

Nachdem die Balkanroute geschlossen ist, wird mit einem deutlichen Anstieg der illegalen Einreisen in die EU über das Mittelmeer gerechnet – zumal dann, wenn im Sommer das Wetter dazu optimal ist. Dann dürften regelmäßig innerhalb von 24 Stunden weitaus mehr als 2.600 illegale Einwanderer „gerettet“ werden.

 

[Text: B. T.; Bild: United States of America U.S. Navy photo/U.S. Navy]