Nichts zu holen gab es für die Linke bei den Parlamentswahlen in Tschechien. Die Sozialdemokraten kamen auf knapp etwas mehr als sieben Prozent und wurden gegenüber der Parlamentswahl 2013 gedrittelt. Auch die in unserem Nachbarland traditionell starken Kommunisten mussten deutlich Federn lassen und verloren in etwa die Hälfte ihrer Wähler und liegen nun knapp vor den Sozialdemokraten.

Klarer Wahlsieger ist die Partei ANO des Milliardärs Andrej Babis, die knapp 30 Prozent der Stimmen erhalten hat. ANO ist sehr EU-kritisch eingestellt und lehnt den Beitritt Tschechiens zur Euro-Zone ab. Auch ist die stärkste tschechische Partei in der Vergangenheit gegen die Masseneinwanderung aus islamischen Ländern aufgetreten.

Zweiter großer Wahlsieger ist die Partei für Freiheit und direkte Demokratie (SPD) des japanisch-tschechischen Unternehmers Tomio Okamura. Sie erreichte aus dem Stand 10,6 Prozent der Stimmen und wird mit 22 Mandataren ins Prager Abgeordnetenhaus einziehen. Viele Tschechen haben für die SPD gestimmt, weil sich eine starke Stimme gegenüber der EU und der internationalen Einwanderungslobby wünschen.

 

[Text: A. M.; Bild: Jiří Vítek/wikimedia.org]