Langsam, aber doch kommt der Wahlkampf für die Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl am 4. Dezember in die Gänge. Bei der Auftaktveranstaltung des grünen Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen wird Othmar Karas, der Leiter der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, der Hauptredner sein. Zwar gehört Karas einer angeblich christlichen Partei an, während Van der Bellen ein Atheist ist, aber diese Differenzen in religiösen Fragen scheinen hinter das große Ziel zu treten, das den Grünen und den Schwarzen miteinander verbindet: Van der Bellen wie auch Karas wollen Österreich in den „Vereinigten Staaten von Europa“ aufgehen lassen.

Wiederholt hatte der grüne Präsidentschaftskandidat seine Sympathie für einen zentralistischen EU-Bundesstaat gezeigt. Erst Anfang November sprach sich Van der Bellen in den „Vorarlberger Nachrichten“ für eine weitere Abtretung von Kompetenzen an Brüssel aus. Auch für Othmar Karas kann es nicht genug EU geben, wie eine Vielzahl seiner Wortmeldungen beweist. Im Frühjahr 2012 sagte Karas etwa: „Wenn wir nicht die EU als Vereinigte Staaten von Europa denken, haben wir nicht die ausreichende Lehre aus der Krise gezogen.“ Was Karas nicht wahrhaben will, ist die Tatsache, dass es die wider jede wirtschaftspolitische Vernunft errichtete Währungsunion war, die die Euro-Krise erzeugte.

Wenig überraschend wird auch Heide Schmidt, Gründerin des „Liberalen Forums“, beim Wahlkampfauftakt Van der Bellens auftreten. Auch die Parteifreundin des Oligarchen Hans Peter Haselsteiner ist eine glühende Anhängerin der „Vereinigten Staaten von Europa“.

 

[Text: B. T.; Bild: Österreichisches Außenministerium/wikimedia.org]