Klare Worte zur sogenannten transatlantischen Partnerschaft und die Ukraine-Krise fand der ehemalige französische Ministerpräsident Francois Fillon in einem Gespräch mit dem Fernsehsender BFMTV: „Heute ist Europa nicht unabhängig. Die USA ziehen uns (die EU) in einen Kreuzzug gegen Russland, was den Interessen Europas widerspricht.“ Weil Europa nicht unabhängig sei, forderte er eine „breite Debatte wie Europa seine Unabhängigkeit zurückerlangen kann“. Fillon diente von 2007 bis 2012 unter Präsident Sarkozy, der die Beziehungen zwischen Paris und Washington verbesserte, als Regierungschef.

Zudem bezeichnete der konservative Politiker die US-Politik im Nahen Osten, welcher die EU-Staaten Folge zu leisten hätten, als „sehr gefährlich“. Zum neuesten NSA-Skandal meinte Fillon, die bundesdeutschen Geheimdienste spionierten Frankreich „nicht im Interesse Deutschlands, sondern im Interesse der Vereinigten Staaten aus“. In Bezug auf das am Rande der Staatspleite stehenden Griechenlands meinte er, Washington übe großen Druck auf Deutschland aus, damit Berlin Athen Zugeständnisse mache.

 

B. T.

 

 

(Bild: European People’s Party/wikimedia.org)