Was auf Europa noch alles zukommen kann, zeigt der aktuelle Flüchtlingsbericht des UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Demnach waren Ende 2015 rund 65,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. 40 Millionen davon sind allerdings sogenannte „intern Vertriebene“, das heißt, sie haben unfreiwillig ihren Wohnort verlassen, befinden sich aber (noch) in ihrem Heimatland. Die größte Gruppe davon, annähernd sieben Millionen, lebt in Kolumbien, aber auch 6,5 Millionen syrischen Flüchtlinge halten sich noch immer in ihrem Heimatland auf.

Laut der Statistik des UNHCR haben aber insgesamt 21 Millionen Menschen ihre Heimatländer verlassen. Die meisten, rund 4,9 Millionen kamen aus Syrien, 2,7 Millionen aus Afghanistan und 1,1 Millionen aus Somalia.

Bei der Erstellung der Statistik ist das UNHCR aber zu einem großen Teil auf Regierungsangaben angewiesen. Im Registrierungssystem der deutschen Bundesländer waren Ende 2015 etwa eine Million sogenannte „Schutzsuchende“ gespeichert. Dass dabei je nach politischem Interesse auf- oder abgerundet wird, muss angenommen werden. Zudem werden in der Statistik des UNHCR nur jene Personen als Flüchtlinge aufgeführt, deren Asylverfahren bereits abgeschlossen war und die offiziell als Flüchtlinge anerkannt wurden.

Und dass der Migrationsstrom nach Griechenland für den Moment gestoppt wurde, bedeute keineswegs, dass damit auch das gelöst sei, so UNHCR-Hochkommissar Filippo Grandi. Vielmehr müsse sich Europa auch in Zukunft auf „Flüchtlingsströme“ einstellen.

 

[Text: M. H.; Bild: Tech. Sgt. Steve Staedler/defense.gov]