Klare Worte fand der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Ihm zufolge war der Einmarsch der USA in den Irak im März 2003 ein Fehler, der half, dass die islamische Terrororganisation IS entstehen konnte. „Ich war gegen diesen Einmarsch und meine Sorgen waren begründet. Der Zusammenbruch der irakische Kräfte führte dazu, dass Hunderte, wenn nicht Tausende verärgerte Soldaten und Polizisten auf der Straße landeten.“ Und nicht wenige der früheren Sicherheitskräfte schlossen sich islamistischen Gruppen an, aus denen später der „Islamische Staat“ (IS) entstehen sollte.

Auch kritisierte Annan das (angebliche) Kriegsziel der USA, im Irak nach dem Sturz des Machthabers Saddam Hussein eine Demokratie nach westlichem Vorbild zu errichten, als undurchdacht. „Das Ziel, ohne bestehende Institutionen eine Demokratie schaffen zu wollen, führte zu korrupten, konfessionell ausgerichteten Regierungen.“ Nach dem Einmarsch der USA sei der Irak instabil und zu einem „perfekten Nährboden“ für radikale Sunniten geworden, die sich ihrerseits dem IS anschlossen.

 

B. T.

 

 

(Bild: keystonechurch.org)