Wie Spiegel Online berichtet, lägen ihm neue Gutachten zweier Rechtsmediziner vor, die zu dem Schluss kommen, dass „der Todesfall Wolfgang Priklopil als höchst bedenklich zu bewerten und Fremdverschulden auf Basis der vorliegenden Befunde durchaus als möglich zu erachten“ sei. Der Gerichtsmediziner im Fall Priklopil sei nicht nach den „üblichen rechtsmedizinischen Standards und üblichen Vorgangsweisen, nicht einmal (nach) denen eines durchschnittlich sorgfältigen Facharztes der Rechtsmedizin“ vorgegangen, wichtige Untersuchungen seien unterblieben. Darüber hinaus sei das ursprüngliche rechtsmedizinische Gutachten, das die Selbstmordtheorie Priklopils begründete wertlos, denn „…es enthält einen Zirkelschluss, nämlich dass ‚unter Bedachtnahme auf die aktenkundige Vorgeschichte‘ ein Suizid vorgelegen haben soll“, urteilen die österreichischen Rechtsmediziner Johann Missliwetz und Martin Grassberger.

Damit gewinnen die übereinstimmenden Aussagen des Polizeiobersten Kröll, des seinerzeitigen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes Adamowitsch und des ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofes Rzeszut enorm an Gewicht, die immer davon ausgegangen sind, dass es sich im Falle Kampusch unmöglich um eine Einzeltäterschaft Priklopils handeln könne. Alle drei waren seinerzeit vom Innenministerium in einer Kommission eingesetzt worden, die Fehler bei den Ermittlungen im Fall Kampusch untersuchen sollte. Nach Vorliegen des offenbar unliebsamen Berichts starb der Polizist Kröll an einem mysteriösen „Selbstmord“, Adamowitsch und Rzeszut wurden über eine im grünen „Aufdeckermedium“ Falter lancierten Geschichte wegen Falschaussagen angeklagt, „mussten“ in weiterer Folge wegen der Haltlosigkeit der Anklage aber freigesprochen werden. Dieses wurde vom grünen Falter und Rotfunk ORF, den Speerspitzen der Kampagne gegen Adamowitsch und Rzeszut, peinlichst verschwiegen.

Wenn die neuen Gutachten nun Recht behalten, stellt sich die Frage, in wessen Interesse die Aufrechterhaltung der Einzeltäterthese ist. Soviel scheint aufgrund der bisher höchst erfolgreichen Vertuschung sicher zu sein, es müssen politisch höchst einflussreiche Kreise sein, die mit Hilfe von Falter und ORF zu verhindern suchen, dass die Wahrheit im Fall Kampusch ans Tageslicht kommt.

Wir dürfen schon jetzt gespannt sein, was das in Kürze erscheinende Buch von Johann Rzeszut noch ans Tageslicht bringen wird und vor allem, wie der immer wieder als Verschwörungstheoretiker abgestempelte Strafrechts-Experte seine Thesen untermauert.



[Text: W. T.; Bild: Priwo/wikimedia.org]