Nachdem die SPD nun allen Vorankündigungen zum Trotz umgefallen ist und angekündigt hat, mit der CDU/ CSU zu reden – was dabei rauskommt, dürfte keine große Überraschung sein – geht sie auch gleich mit Forderungen in die sich anbahnenden Verhandlungen . Dabei zeigt sich wiedereinmal, dass die ehemalige Volkspartei und Vorhut der Arbeiterklasse nur noch wenig mit Volk und Arbeitern gemein hat. Eine ihrer zentralen Forderungen ist die sofortige Erlaubnis zum Familiennachzug aus „humanitären“ Gründen.
Dem widersprach nun – überraschenderwiese in der auch allmählich nach links driftenden Welt – die Migrationsforscherin und Soziologin Necla Kelek. Kelek, in der Türkei geboren und seit vielen Jahren in Deutschland, weiß zumindest im Gegensatz zu vielen anderen „Experten“, wovon sie redet – und sie nimmt auch kein Blatt vor dem Mund, auch wenn sie dafür schon öfter angegriffen wurde. Dem Argument der Linken, dass Integration nur mittels Familiennachzug funktioniert, hält Kelek entgegen: „Das Gegenteil ist der Fall. Familie heißt in orientalisch-muslimischen Gesellschaften die Großfamilie, die Sippe, die patriarchalisch organisiert ist. Mit dem Familiennachzug importieren wir ein islamisches Familiensystem, das erst zu Parallelgesellschaften und Integrationsproblemen führt. Niemand braucht sich mehr anzupassen, man kann unter sich bleiben und Traditionen wie die Kinderehe, Frauenunterdrückung oder Gebärzwang weiterleben.“ Ebenso erklärt sie, dass mit der „Familie“ auch das Wertesystem importiert wird, und dieses sei im Islam das System der Herrschaft der Männer. Die Ehefrau sei keine Lebenspartnerin, sondern eine Sexualpartnerin. „Ich arbeite an einem Projekt mit Flüchtlingen und erlebe es dort.“, Kritik übt sie auch an Merkel. „Es ist unglaublich, wie die Kanzlerin wegschaut, sich weigert, dem politischen Islam ins Auge zu sehen und die (…) Probleme nicht ernst nimmt.“

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