Wenn keine wirksamen Maßnahmen zum Schutz der EU-Außengrenzen ergriffen werden, wird die Massenzuwanderung aus der arabischen Welt weitergehen. Denn fast jeder vierte Araber ist auswanderungswillig, wie eine vom Forschungsinstitut Arab Center for Research and Policy Studies durchgeführte Untersuchung in zwölf Ländern - Ägypten, Algerien, der Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Mauretanien, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien – ergeben hat. Wörtlich heißt es: „Ganze 23 Prozent der Araber geben einen Wunsch an, aus ihren Heimatländern auszuwandern.“

Wenig überraschend kommt die Untersuchung auch zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil aus wirtschaftlichen Gründen seine Heimat verlassen will. Denn im Durchschnitt will nur jeder fünfte aus politischen Gründen oder wegen Sicherheitsbedenken auswandern, wobei zwischen den einzelnen Ländern teils erhebliche Unterschiede bestehen. 95 der potentiellen Auswanderer aus Jordanien – die immerhin 19 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen – wollen wegen wirtschaftlichen Gründen ihrer Heimat den Rücken kehren. Hingegen wäre für zwei Drittel der auswanderungswilligen Iraker – die 23 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen – die prekäre Sicherheitslage in ihrer Heimat das ausschlaggebende Motiv.

Was die Auswanderungsbereitschaft der Araber für die Zielländer bedeutet, nämlich eine Islamisierung, zeigen folgende Zahlen. Nur 52 Prozent sind für die Trennung von Staat und Religion, während 44 Prozent diesen abendländischen Grundsatz ablehnen. Zudem bezeichnen sich 87 Prozent selbst als gläubig, und davon 24 Prozent als „sehr gläubig“. Und 39 Prozent derjenigen, sie sich als „gläubig“ bezeichneten, nannten auf die Frage, was denn für sie die Gläubigkeit ausmache, „die Befolgung religiöser Regeln“.

B.T.
Bild: wikimedia.org/Ben Barber, USAID