Fast jeder zweite israelische Jude ist dafür, dass die in Israel lebenden Araber vertrieben oder „transferiert“ werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center, in der 3.789 Juden befragt wurden. Demnach gaben 21 Prozent der befragten Juden an, sie stimmen der Aussage, „Araber sollten vertrieben oder transferiert“ werden, „sehr stark“ zu, und 27 Prozent stimmten mit dieser Aussage „großteils“ zu. Umgekehrt sprachen sich 46 Prozent der israelischen Juden gegen die Vertreibung der im Lande lebenden Araber aus.

Für die Vertreibung der Araber sind vor allem ultra-orthodoxe und religiöse Juden, während ihre säkularen Glaubensbrüder viel weniger Probleme mit dem Zusammenleben mit Arabern haben. Auch hinsichtlich der Herkunft der israelischen Juden gibt es deutliche Unterschiede. Jene, die aus dem Nahen Osten oder aus Nordafrika stammen – wo ihre Vorfahren oftmals zur Auswanderung nach Israel gezwungen worden waren – sprechen sich deutlich häufiger für die Vertreibung aus als die Nachfahren europäischer Juden.

Die Untersuchung des Pew Research Center brachte noch ein interessantes Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit, nämlich 79 Prozent der israelischen Juden, sind der Auffassung, dass Juden gegenüber arabischen Staatsbürgern und Angehörigen anderer nichtjüdischer Minderheiten bevorzugt behandelt werden sollten. Gleichzeitig klagen fast acht von zehn Arabern – von dieser Gruppe wurden 871 Personen befragt – über starke Diskriminierungen von Muselmanen in der israelischen Gesellschaft.

 

[Text: B. T.; Bild: Zachi Evenor/wikimedia.org]