Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. War es nämlich bei der Stimmauszählung zu „Fehlern“ oder „Pannen“ gekommen, so war davon so gut wie immer die Alternative für Deutschland (AfD) betroffen. Die patriotische Partei erreichte beim Urnengang im einwohnerstärksten deutschen Bundesland 7,4 Prozent der Stimmen und zieht mit 16 Abgeordneten in den Düsseldorfer Landtag ein.

Wie „RP online“ berichtete, erhielt die AfD-Kandidatin Viola Walendy in einem Sprengel in Mönchengladbach 7,6 Prozent der Erststimmen, die AfD aber keine einzige der noch wichtigeren Zweitstimmen. Eine „Panne“ bei der Auszählung zu Lasten der AfD gab es auch in einem Wahlsprengel in Erkelenz. Ergab die erste Auszählung 0 Stimmen für die Alternative für Deutschland, dann waren es nach der Neuauszählung plötzlich 64 Wähler, die bei der AfD ihr Kreuz gemacht hatten. Medien berichten, dass es „Auffälligkeiten“ auch in Köln, Bonn und zwei weiteren Kreisen in Nordrhein-Westfalen gegeben haben soll.

In einem Wahlsprengel in Gütersloh wiederum wurden die Stimmen der AfD, angeblich „versehentlich“, zuerst der „Allianz Deutscher Demokraten“ (AAD) zugeschrieben. (Der „Fehler“ wurde dann korrigiert). Laut Magazin „Stern“ gab der Landrat des Kreises Gütersloh bekannt, dass 106 Stimmen zu wenig für die AfD angegeben worden waren. Schuld daran sollen „Übermittlungsfehler“ gewesen sein. Ob sich am Gesamtergebnis noch etwas ändern kann – dass die AfD ein 17. Mandat erhält und CDU und FDP ihre hauchdünne Mehrheit verlieren – ist aber trotz aller Neuauszählungen sehr unwahrscheinlich.

 

[Text: B. T.; Bild: Alexander Hauk/Wikimedia.org]