Und wieder einmal bewies der ORF am Sonnabend eindrücklich seine Unabhängigkeit. „Im Zentrum“ stand auf dem Plan und es sollte über „Sexismus“ diskutiert, debattiert, gestritten werden. Doch entgegen der Erwartungen des Zusehers wurde weder diskutiert noch debattiert oder gar gestritten. Der ORF hatte nämlich seine typische Einladungspolitik umgekrempelt: Waren früher unter den fünf geladenen Gästen vier kampflustige Linke, die geschlossen auf den fünften einprügelten, ging man diesmal gleich auf Nummer sicher. Heißt: Weg mit diesem lästigen, kritischen und gefährlichen, fünften Gast, der die Leichtgeweichte der Gegenseite galant an die Wand nagelt. Weg mit dieser gewichtigen Gegenstimme, die die politisch korrekte Eintracht der Meinungsmacher durchstößt. Keine Polyphonie der Argumente, kein kritisches Hinterfragen oder gar Diskussion. Sondern eine gegenseitige Zustimmung und geheuchelte Selbstgerechtigkeit, dass dem Zuseher die Luft wegblieb.

Noch bevor das Theater begann, spielte man ein kurzes Filmchen ein, darin Maria Rauch-Kallat erzählte, sie sei Opfer sexistischer Übergriffe geworden: „Es hat mir ein Mann auf den Hintern gegriffen.“

Die zweite „Gutfrau“ im Bilde war Terezija Stoisits, gefallene Volksanwältin, die zur „Causa Dönmez“ folgendes meint: „Das ist schlicht und einfach dumm und ehrlich gesagt: Dumme Abgeordnete mag ich nicht.“ Hinter Sexismus sieht sie übrigens eine maskuline Weltverschwörung: Er werde gezielt verwendet, um Frauen „in ihrer Arbeit zu behindern.“ Soviel zum Einstieg.

„Sexismus“ war also das Thema. Und wer war zu später Stunde zu Gast?

Zunächst kam Familienministerin Julia Bogner Strauß zu Wort, die eingangs sogleich „klar sagen“ musste, Sexismus nicht nur in ihrer „Amtszeit, sondern schon vorher als Wissenschaftlerin“ verspürt zu haben. Besonders empört habe sie aber heute ein morgendlicher Zeitungsartikel, darin ein Journalist schrieb: „Minister Hofer und die Frau Bogner-Strauß.“ Da „sieht man schon, wie man versucht … aaah … , ohne Respekt … aaah… und also wirklich (sic) Personen auf zwei Ebenen zu bringen, in zwei Schubladen zu geben. Und ich find das darf einfach nicht sein.“ Sehr gut, Frau Minister. Finden wir alle! Es „darf einfach nicht sein“, dass Sie als „Frau“ angesprochen und „in eine Schublade gegeben“ werden.

Als nächstes kam dann Frau Bauer-Jelinek, ein sogenannter „Coach“ zu Wort, die den Männern des Parlaments erklären will, was sie „noch“ sagen dürfen: „Ist ein Witz erlaubt, oder nicht, ist er gut, ist er nicht gut.“ All das gedenkt die allwissende Dame den bösen Männern mittels „Verhaltenskodex“ einzubläuen.

Der nächste im Bunde war Christian Berger, Feminist und Sprecher des Frauenvolksbegehrens“, der „metoo“ in den Himmel rühmt und gleich auch noch das Strafrecht straffen will. Ein anwesender Rechtsanwalt unterstützte den femininen Jüngling und seine Forderungen nach einer Sensibilisierung der unziemlichen Männerwelt sogleich.

Als zu guter Letzt Sigi Maurer dann ihr grünes Herz ausschüttete, bekam sie auch noch Schützenhilfe von der Familienministerin. Und so schloss sich der einfarbige Kreis in enttäuschender Langeweile.

Wo aber blieb nur Herr Dönmez und die berechtigte Frage an so manche anwesende Dame, wie sie aufgrund ihrer „Qualifikation“ denn bloß in eine solche Position kommen konnte, ohne auf die Knie gesunken zu sein?

Diese „Im Zentrum“-Sendung war eine grunderbärmliche Entzauberung der vielbeschworenen Unabhängigkeit des ORF! Dennoch ein Etappensieg gegen den Feminismus. Denn wer nach dieser Sendung noch Feminist sein sollte, wird sich „Trottel“ nennen lassen müssen!

 

[Text: A.L.; Bild:  Wikipedia; Lizenz:-]