Mit der angeblichen „russischen Bedrohung“ machen die USA im neutralen Finnland Stimmung für einen NATO-Beitritt. Doch die Finnen lassen sich von dieser leicht durchschaubaren Propaganda gegen den großen Nachbarn im Osten kaum beeindrucken. Denn wie nun eine Umfrage des renommierten Gallup-Instituts im Auftrag der Zeitung „Helsingin Sanomat“ ergeben hat, sprechen sich nur 22 Prozent der Finnen für einen NATO-Beitritt aus. Hingegen will die satte Mehrheit von 59 Prozent nicht, dass Finnland Mitglied des Nordatlantikpaktes wird. 19 Prozent der befragten Finnen gaben an, sie seien in dieser Frage unentschlossen.

Für Finnland ist ein NATO-Beitritt derzeit freilich kein Thema. Allerdings könnte, so die Regierung in Helsinki, eine Mitgliedschaft im Nordatlantikpakt angestrebt werden, wenn sich die Sicherheitslage Finnlands ändere. Das letzte Wort aber hätten die Finnen. Sie müssten, wie Präsident Sauli Niinisto betonte, einem möglichen NATO-Beitritt bei einer Volksabstimmung zustimmen.

Auffallend ist, dass die Finnen gegenüber der in den vergangenen Jahren ständig intensivierten antirussischen Propaganda immun zu sein scheinen. Denn Anfang der 2000er lag die Zustimmung zu einer möglichen NATO-Mitgliedschaft in Umfragen auch nur zwischen 15 und 16 Prozent. Interessant ist, dass die Zustimmung zu dem von den USA geführten Militärpakt im Jahr 2014 mit 26 Prozent am größten war und seitdem kontinuierlich wieder zurückgeht. Im Februar 2014 fand bekanntlich der vom Westen maßgeblich unterstützte Maidan-Putsch in der Ukraine statt, der den Auftakt zum „neuen Kalten Krieg“ bildete.

 

[Text: B. T.; Bild: Janne Karaste/.janneok/wikimedia.org]