Wenn in den Sommermonaten politisch die Saure-Gurken-Zeit in Österreich herrscht, versuchen findige Willkommenskulturideologen permanent ihre Duftnoten durch Wortspenden zu hinterlassen. Beliebtes Thema dabei ist die immer wieder behauptete, ach so gut funktionierende Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern – insbesondere auch Asylanten und Asylwerbern. Die Bundesregierung lässt dabei ihre Experten – meist Manager und Funktionäre aus dem staatsnahen Bereich – ausschwärmen, um hier als Propagandisten die notwendigen Beiträge in der öffentlichen Meinung zu leisten. So wird etwa aus der Chefetage des Arbeitsmarktservice (AMS), aber auch von roten und schwarzen Wirtschaftskammerfunktionären gerne die Öffnung des Lehrstellenmarktes auch für Asylwerber als Patentlösung für die Behebung des Lehrlingsmangels in einzelnen Branchen propagiert.

Erst kürzlich ging etwa AMS-Chef Johannes Kopf (ÖVP) zum wiederholten Male mit der Idee einer Öffnung des Lehrstellenmarktes für Asylwerber in Österreich hausieren. Der schwarze AMS-Vorstand scheint aber offensichtlich seine eigenen Statistiken nicht zu kennen, – denn erst vor einem knappen Jahr lieferte sein Haus Zahlen, die die bisher erfolgten Maßnahmen zu Gunsten von Asylwerbern in Lehrberufen als Flop erscheinen lassen.

Die zu uns kommenden Asylwerber haben in ihrer großen Zahl kein Interesse an österreichischen Lehrberufen, -wie eine seit 2012 bereits geltende und vom damalige Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) durchgeboxte provisorische Öffnung des Lehrstellenmarktes belegt. Eine im August 2016 veröffentliche Anfragebeantwortung des Hundstorfer-Nachfolgers im Sozialministerium, Alois Stöger (SPÖ), belegt dies eindeutig.

Und die unter der Geschäftszahl GZ: BMASK-10001/0514-I/A/4/2016 von Stöger an das österreichische Parlament weitergeleitete Information hat einen höchst brisanten Inhalt. So haben seit der Einführung der Lehre für Asylwerber im Jahr 2012 nur insgesamt 420 Asylwerber an diesem Ausbildungsmodell teilgenommen. Im Vergleichsjahr 2016, also vier Jahre später, waren nur noch 213 dieser vom AMS administrierten Lehrlingsbeschäftigungs-Bewilligungen für Asylwerber aufrecht – und gar nur 199 Lehrlinge aus dem Asylwerbermilieu standen auf dieser Grundlage in einer tatsächlichen Beschäftigung bei einem Lehrherren. Demgegenüber waren nicht weniger als 184 Lehrlingsbeschäftigungs-Bewilligungen für Asylwerber ruhend gestellt. Und weitere 55 Asylwerber, die durch die seinerzeit aufgenommen Lehre einen Arbeitslosengeldbezug erworben hatten, nahmen diesen auch in Anspruch.

 

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[Bild: Arbeitsmarktservice/wikimedia.org]