Caspar Einem, immerhin ehemaliger SPÖ-Innenminister und Vizepräsident des einflussreichen Forum Alpbach, fordert heute im „Standard“ in einem Gastkommentar, alle Migrationswilligen auf Fähren von Nordafrika nach Europa zu bringen, wo dann ihre Asylgründe geprüft werden sollen. Dazu gäbe es, behauptet Einem, „keine wirksame und zugleich unsere Menschlichkeit nicht infrage stellende Alternative“.

Was für Folgen für Europa die Umsetzung der Einemschen Idee hätte, zeigt ein Blick nur auf Libyen. Alleine in diesem nordafrikanischen Land warten bis zu einer Million illegaler Einwanderer auf die Überfuhr nach Europa. Wenn nun die EU eine Art Abholservice für die Afrikaner in Betrieb nimmt, dann käme dies einer Einladung an Afrika und andere Teile der Dritten Welt gleich, doch endlich nach Europa zu kommen. Und freuen könnten sich internationale Schlepperbanden, die noch mehr Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge aus Schwarzafrika an die Mittelmeerküste schleusen könnten.

Natürlich ist nicht zu erwarten, dass Einems Vorschlag eins zu eins umgesetzt wird. Aber seine Wortmeldung ist symptomatisch dafür, wie das linkslinks gepolte Establishment tickt.

 

A. M.

 

 

(Bild: Peter Mayr/alpbach.org)