Große Aufregung bei der Opposition rief ein Interview hervor, dass FPÖ-Wehrsprecher Reinhard Bösch der „Neuen Vorarlberger Tageszeitung“ gegeben hatte. Darin hatte Bösch, der auch Obmann des Landesverteidigungsausschusses im Nationalrat ist, davon gesprochen, dass die von der EU angedachten Anlandeplattformen auf nordafrikanischem Boden gegebenenfalls mit Truppen aus der EU gesichert werden sollten.

Dies selbstverständlich im Einvernehmen mit den Regierungen der jeweiligen Länder und nur für den Fall, dass die Sicherung und Versorgung dieser Plattformen nicht von den jeweiligen Ländern selbst übernommen werden wollen oder können. Es ist dies lediglich die Fortführung des in letzter Zeit von zahlreichen EU-Politikern geäußerten Wunsches die illegale Zuwanderung aus Nordafrika wirkungsvoll einzudämmen.

Über das Ziel, in Nordafrika Anlandeplattformen für Migranten zu schaffen, die dort auf ihre Asylberechtigung geprüft werden sollten, sind sich mittlerweile die meisten europäischen Politiker einig. Woran es fehlt, sind konkrete Schritte zur Umsetzung dieses Vorhabens. Der Vorschlag von Bösch ist somit ein erster Schritt, um die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Staaten, die den Wünschen der EU noch skeptisch gegenüberstehen, weiterzubringen.

Bezeichnend für die Hilflosigkeit der Opposition zu konstruktiver Kritik und Zusammenarbeit sind die Reaktionen aus deren Reihen. So gibt sich beispielsweise der einstige SPÖ-Kurzeitminister Jörg Leichtfried mit geradezu skurrilen Äußerungen wieder einmal der Lächerlichkeit preis: Die FPÖ schlage eine europäische Invasion in Afrika vor“, ließ er verlauten, und „das neutrale Österreich werde damit in Europa als Kriegstreiber wahrgenommen“. 

Kurz und Strache können nur hoffen, dass ihnen auf der Gegenseite Leute wie Leichtfried, Kern und Schieder möglichst lange erhalten bleiben.

[Text: W.T.; Bild: Wikipedia/Irish Defence Forces from Ireland; Lizenz:Creative CommonsAttribution 2.0 Generic]