Umweltschutz scheint in Texas keine besondere Bedeutung zu haben. Denn der republikanische Gouverneur dieses US-Bundesstaats, Greg Abbott, unterzeichnete ein Gesetz, welches Gemeinden verbietet, lokale Verfügungen zur Unterbindung von Fracking oder anderer, potenziell die Umwelt gefährdender Fördermethoden von Erdgas und Erdöl zu erlassen. Das Gesetz, das zuvor von Repräsentantenhaus und Senat des Bundesstaats mit Zweidrittelmehrheit angenommen worden war, erlaubt den Gemeinden Verordnungen nur zur „Regelung der (Förder-)Aktivitäten an der Oberfläche“, und das in einer Weise, die „wirtschaftlich vernünftig“ sein müsse. Beim Fracking wird hingegen zur Erdgasgewinnung Flüssigkeit unter hohem Druck bis in eine Tiefe von 3.000 Metern gepresst.

Die texanischen Gesetzgeber begründeten das Gesetz mit der erfolgreichen Erdöl- und Erdgasförderung in diesem Bundesstaat seit mehr als 100 Jahren. Zudem erklärte Gouverneur Abbott, das neue Gesetz vermeide ein „Durcheinander von Regelungen, die sich von Region zu Region oder von Stadt zu Stadt unterscheiden“. Erst vergangenen Herbst wurde die Stadt Denton von der texanischen Bergbaubehörde „Texas General Land Office“ sowie von der Lobby-Organisation „Texas Oil and Gas Association“ verklagt, weil sie das Fracking verboten hatte. Denton liegt über dem Barnett Shale, wo eine der größten Schiefergaslagerstätten der USA vermutet wird.

 

B. T.

 

 

(Bild: Joshua Doubek/wikimedia.org)