Man weiß, was in Österreich oder in der Bundesrepublik Deutschland geschieht, wenn bei einer Kundgebung ein Teilnehmer seinen rechten Arm zum sogenannten „Hitler-Gruß“ erhebt. Strecken aber im fernen Spanien Demonstrationsteilnehmer ihre rechten Arme zum „Franco-Gruß“ aus, dann hüllen sich hierzulande die Hauptstrommedien und die politisch korrekten Empörungsträger allerdings in Schweigen.

Wie der russische Sender „RT“ berichtete, war am Sonntag in spanischen Städten bei Kundgebungen gegen die Abspaltung Kataloniens wiederholt der „Franco-Gruß“ zu sehen: „Über ihnen spanische Fahnen schwebend, konnte gesehen werden, wie eine Anzahl spanischer Frauen und Männer ihre rechten Arme zum Rechtsextremistengruß erhoben. Die Spruchbänder der Demonstranten lässt darauf schließen, dass diese Gruppe zur rechtsextremen Falangistenpartei gehört, die Spanien und General Francisco Franco regierte.“

Dass gerade die bundesrepublikanische Empörung über den „Franco-Gruß“ ausbleibt, hängt vor allem damit zusammen, dass Berlin kein Interesse an einer Unabhängigkeit Kataloniens hat. In der Vorwoche sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Wir haben großes Interesse an der Stabilität Spaniens, und deshalb ist es wichtig, dass in allem, was jetzt dort politisch geschieht, die Rechtsstaatlichkeit eingehalten wird. Es ist die Aufgabe der spanischen Regierung, die Verfassungsordnung aufrechtzuerhalten. Nach unserer festen Überzeugung handelt es sich um eine innerspanische Angelegenheit.“

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das offizielle Deutschland zu Umtrieben, die im eigenen Land entschieden bekämpft werden, schweigt, wenn sich diese im Ausland ereignen. So war aus Berlin bislang kein Wort der Kritik zu vernehmen, wenn in der Ukraine sogenannte prowestliche Freiwilligenverbände Hakenkreuze oder SS-Runen offen zur Schau stellten.

 

[Texte: B. T.; Bild: Screenshot rt.com]