Am 23. April und am 7. Mai wird sich entscheiden, wer als Nachfolger von Francois Hollande in den Elysee-Palast einziehen wird. Fest steht derzeit nur, dass das politische Establishment mit merkwürdigen Kandidaten in die Präsidentenwahlen geht. Für die Konservativen tritt Francois Fillon an, ein ehemaliger Premierminister, der in einen Korruptionsskandal verwickelt ist. Denn immer deutlicher tritt zutage, dass Fillon als Abgeordneter seine Ehefrau und zwei seiner Kinder zum Schein als parlamentarische Mitarbeiter angestellt hatte. Fillons Ehefrau soll allein für „Abfindungs-Zahlungen für Entlassungen“ 45.000 Euro an Steuergeld kassiert haben.

Als „Hoffnungsträger“ wird nun vom Establishment immer öfter der ultralinke Emmanuel Macron genannt. Macron, der von Medien gerne als „unabhängig“ bezeichnet wird, war unter Präsident Hollande Wirtschaftsminister. Und während in den Medien über eine angebliche geheime homosexuelle Affäre Macrons spekuliert wird, bleibt die Tatsache, dass er als Linkslinker jahrelang für eine Investmentbank gearbeitet hatte und deshalb gute Kontakte zur Hochfinanz haben dürfte, weitgehend unerwähnt. Vor allem aber ist Macron der Kandidat der Globalisierer und Multikulti-Fanatiker. So leugnete Marcron kürzlich, dass es eine französische Kultur gibt: „Es gibt keine französische Kultur. Es gibt eine Kultur in Frankreich. Und die ist verschiedenartig.“

Die Meinungsumfragen deuten darauf hin, dass die Stichwahl Anfang Mai zwischen Macron und der Patriotin Marine Le Pen stattfinden wird. Ob sich die Vorsitzende des Front National wird durchsetzen können, ist hingegen fraglich, weil davon auszugehen ist, dass das politische und mediale Establishment Frankreichs ein Volksfront-Bündnis gegen Marine Le Pen bilden wird.

 

[Text: B. T.; Bild: Pablo Tupin-Noriega/wikimedia.org]