Wo Patrioten regieren, wird die nationale Identität gegen Überfremdung und Islamisierung geschützt. Ein Beispiel ist das Städtchen Beaucaire in Südfrankreich, wo der vom Front National gestellte Bürgermeister Julien Sanchez angeordnet hat, dass Schweinefleisch wieder auf die Speisepläne der Schulkantine kommt. In einem Interview mit dem Magazin „Valeurs Actuelles“ begründete Sanchez seine Entscheidung damit, dass die Verbannung von Schweinefleisch „aus einem einfachen Grund abnormal ist: Es ist ein Eindringen der Religion in die Schule“. Kritiker werfen Sanchez hingegen vor, er würde unter dem Grundsatz des Säkularismus anti-moslemische Ressentiments pflegen.

Außerdem sagte der Bürgermeister, dass jene Schüler, die kein Schweinefleisch zu sich nehmen wollen, ja nicht in der Schulkantine essen müssen. Von den rund 600 Schülern in Beaucaire sind etwa 150 Moslems.

Sanchez erklärte im Interview auch, er lehne die Verbannung von Schweinefleisch aus der Kantine ab, weil er in den vergangenen Jahren festgestellt habe, dass „immer weniger Schweinefleisch serviert wird“. Dabei handle es sich aber um ein oftmals in Frankreich produziertes Fleisch und deshalb sei es normal, „dass wir uns entscheiden, die französische Landwirtschaft zu unterstützen“.

Der Politiker des Front National erinnerte auch daran, dass eine Schulkantine „kein Vier-Sterne-Restaurant“ sei. Zudem stellte Sanchez in den Raum: „Was ist, wenn wir morgen die Schriften eines Propheten entdecken, der fordert, dass wir kein Rindfleisch essen oder er sagt, die neue Religion verlange, keine mehlhältigen Nahrungsmittel oder Erdbeeren zu essen? Das würde kein Ende haben!“ In den Schulkantinen in Beaucaire wird übrigens jeden Montag Schweinefleisch auf dem Speiseplan stehen.

 

[Text: B. T.; Bild: Haeferl/wikimedia.org]