In Frankreich richteten sich die Proteste der „Gelben Westen“ zunächst nur gegen höhere Steuern auf Benzin und Diesel. Mehrfach kam es dabei zu Konfrontationen der Demonstranten mit der Polizei. Frankreich rüstete dagegen mit 89.000 Polizisten und anderen Sicherheitskräften gegen neue Ausschreitungen auf. Hunderte Menschen wurden bereits verletzt. Obwohl sich Frankreichs Präsidenten Macron bemühte, den wütenden Demonstranten durch eine temporäre Aussetzung der Benzin-Reform entgegenzukommen, rissen die heftigen Ausschreitungen nicht ab.

Bereits am 15.12 ließ Premierminister Édouard Philippe 14 gepanzerte Fahrzeuge durch die Straßen fahren. Deutlich erkennbar ist die steigende Nervosität innerhalb der Polizei. Jeder Einsatz dieser Fahrzeuge muss vom Premier selbst genehmigt werden. Noch dazu sind die Kraftwagen nicht nur mit Wasserwerfern ausgestattet: Das "letzte Mittel", ein extrem leistungsstarker Tränengaszerstreuer, in der französischen Diktion bezeichnender Weise „ultima ratio“ genannt, soll im Notfall die Menschen von der Straße vertreiben. Das dabei eingesetzte Gas ist so hochkonzentriert, dass der Inhalt eines einzigen Strahls etwa dem von "200 (Tränengas-) Granaten" entspricht. Oberst Carminache verkündete in dem französischen Magazin Marianne: „Wenn Sie sich in dieser 10.000 m³ Tränengaswolke befinden, ist es besser, hinauszulaufen“.

Der berechtigte Unmut der Massen wird immer größer und Macrons Versagen wird immer mehr Franzosen bewusst. Seine desaströsen Umfragewerte liegen derzeit bei 20 Prozent. Zum Vergleich: der in den Medien herunter gemachte amerikanische Präsident Donald Trump liegt dagegen bei 48 Prozent.

[Text: A.P.; Bild: Wikipedia/Vicomte56; Lizenz: CC BY-SA 4.0]