Die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 2009 an US-Präsident Barack Obama sei ein Fehler gewesen. Das schreibt Geir Lundstad, der ehemalige Sekretär des norwegischen Nobelpreiskomitees, in seinem neuen Buch. Demnach sei „nicht erreicht worden, was wir erhofft hatten“. „Sogar viele von Obamas Unterstützern glauben nun, dass der Nobelpreis ein Fehler war“, bekennt Lundstad, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Lundstad, ein norwegischer Historikern, schreibt auch, dass das Nobelpreiskomitee vor sechs Jahren geglaubt habe, „es würde Obama stärken, aber das war nicht der Fall“. Das Nobelpreiskomitee besteht aus fünf Mitgliedern, die vom norwegischen Parlament ernannt werden und bei denen es sich oft um frühere Politiker handelt.

Die Entscheidung, Obama nach nur neun Monaten mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, führte damals zu heftiger Kritik. Schließlich konnte der US-Präsident keine außenpolitischen Erfolge vorweisen und die Vereinigten Staaten führten Kriege in Afghanistan und im Irak. In Obamas Amtszeit kam es zu einer Ausweitung des Drohnenkriegs, vor allem aber wurde die aggressive Politik gegenüber Russland verstärkt, was schlussendlich zum Ausbruch der Krise in der Ukraine führte.

 

B. T.

 

 

(Bild: Staff Sgt. Kassidy Snyder/wikimedia.org)