In Meinungsumfragen bewegen sich die deutschen Grünen fünf Monate vor der Bundestagswahl am 24. September in eine Richtung: nach unten. In zwei von den Instituten Forsa und INSA am 19. April veröffentlichten Umfragen kommt die extrem linke Partei gerade einmal auf sechs Prozent. Zum Vergleich: Im März lagen die Grünen in Umfragen noch zwischen sieben und acht Prozent. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, ist nicht nur das Ergebnis der Bundestagswahl 2013 (8,6 Prozent) außer Reichweite, sondern auch das Überspringen der für den Einzug in den Bundestag erforderlichen Grenze von fünf Prozent ungewiss.

In den Umfragen liegen derzeit CDU/CSU mit einem Wert von 34 bis 36 Prozent klar vor der SPD, die auf 30 Prozent kommt. Es wird immer deutlicher, dass bei den Sozialdemokraten der „Schulz-Effekt“ verpufft, weil die SPD gegenüber ihren Höchstwerten im März wieder verliert. Nach derzeitigem Stand würden sich bei der Bundestagswahl AfD und Linkspartei ein Duell um Platz drei liefern. Die Patrioten wie auch die Nachfolger der DDR-Kommunisten liegen zwischen neun und zehn Prozent. Der FDP werden sechs bis 6,5 Prozent zugeschrieben, womit die Liberalen noch vor den Grünen ins Ziel kommen könnten.

Nicht gut sieht es für die Grünen übrigens auch bezüglich der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai aus. Im einwohnerstärksten Bundesland kommen die Grünen wie im Bund ebenfalls auf magere sechs Prozent. Somit müssen sie sich gegenüber der Landtagwahl 2012, als sie 11,3 Prozent erreichten, auf eine Halbierung gefasst machen. Die Schwäche der Grünen wird aller Voraussicht nach auch zur Folge haben, dass eine Neuauflage von Rot-Grün nicht mehr möglich sein wird.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]