Griechenland hat von der EU sogenannte Rettungspakete in dreistelliger Milliardenhöhe bekommen. Dennoch ist die budgetäre Lage äußerst angespannt, und mit verschiedenen Sparpaketen werden die Griechen gezwungen ihre Gürtel enger zu schnallen. Geht es aber um die Errichtung einer Moschee in Athen, ist plötzlich genug Geld vorhanden. Denn das Parlament beschloss, den seit 2006 geplanten Bau einer Moschee in der Hauptstadt – die Kosten belaufen sich auf 950.000 Euro – zu beschleunigen. Insbesondere die in Griechenland sehr einflussreiche orthodoxe Kirche versucht, dieses Projekt zu verhindern. Ein wichtiger Grund für die Ablehnung der Moschee ist die jahrhundertelange Besetzung durch die islamischen Osmanen.

Wie die griechischen Nachrichtenagentur AMNA meldet, stimmten im Parlament nur zwei Parteien gegen den Moschee – die rechtsgerichteten Unabhängigen Griechen sowie die weit rechtsstehende Goldene Morgenröte. Das bedeutet, dass die angeblich konservative Partei Nea Demokratia für die Errichtung der Moschee gestimmt hat.

Der für Bildung und religiöse Angelegenheiten zuständige Minister von der linkslinken Syriza-Partei, begründet die angebliche Notwendigkeit zur Errichtung des moslemischen Gotteshauses folgendermaßen: „Die Existenz provisorischer Moscheen ist eine Schande sowohl für das Land als auch für die moslemische Gemeinschaft sowie eine Gefahr für die nationale Sicherheit.“ Als Gefahr für die nationale Sicherheit könnte sich vielmehr die Masseneinwanderung aus dem Nahen Osten erweisen, die rund 50.000 überwiegend moslemische „Flüchtlinge“ nach Griechenland gebracht hat. Schätzungen zufolge sollen in Athen, wo die Regierung die Moschee bauen will, bereits mehr als 200.000 Mohammedaner leben.

 

[Text: B. T.; Bild: Antonio Melina/Agência Brasil/wikimedia.org]