Ob den jungen unbegleiteten Minderjährigen aus islamischen Ländern, die nach Europa „flüchten“, der Schriftsteller Robert Musil bekannt ist, kann dahingestellt bleiben, aber seinen Ausspruch „Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze“, haben einige von ihnen offenbar recht gut verinnerlicht. Locken doch üppige Belohnungen, wenn man es versteht, ein paar Jahre der Volljährigkeit zu entgehen.
Dass gerade die Asylindustrie derzeit Sturm gegen eine medizinische Altersfeststellung ihrer Schäfchen bzw. Goldesel läuft, wundert dabei wenig. Vor allem die Vereine „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges „(IPPNW), der „Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge“(Bumf) – was es nicht alles gibt – und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKH) lehnen derartige Vorschläge vehement ab.
Auch Frank Ulrich Montgomery – der Verbandspräsident der Bundesärztekammer – wetterte gegen die Altersfeststellung mittels Röntgens des Handwurzelknochens Er bezeichnete Röntgen „ohne medizinische Indikation als Eingriff in die körperliche Unversehrtheit“ und die Verfahren als „mit großen Unsicherheiten belastet“. Dabei lässt sich mit diesem Verfahren, je nachdem, ob die „Wachstumsfugen“ im Handwurzelknochen bereits geschlossen sind, feststellen, ob eine Person das 21. Lebensjahr bereits überschritten hat, die Toleranz der modernen Verfahren liegt bei plus/minus 2 Jahren. Und das Handwurzelröntgen ist unbedenklich: 0,1 Mikrosievert Strahlung werden bei der Untersuchung aufgenommen. Das ist weniger als das, was ein Passagier am Flughafen während der Gepäckkontrolle abbekommt.
Wenn man dazu bedenkt, dass die Untersuchung 1.500 Euro kostest, ein unbegleiteter angeblich Minderjähriger den Staat im Jahr aber mindestens 60.000 Euro kostet, fünfmal mehr als ein Erwachsener, dann sollte doch klar sein: keine Papiere, aber minderjährig? Ab zum Röntgen!

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