Im Schweizer Kanton Tessin werden vollständige Gesichtsverschleierungen zu einem teuren Vergnügen. Das Parlament des italienischsprachigen Kantons beschloss, die Höchststrafen für das Tragen einer Burka oder eines Niqabs, bei dem im Gesicht nur mehr ein schmaler Sehschlitz frei bleibt, von 100 Franken (ca. 98 Euro) auf 10.000 Franken (9.798 Euro) zu erhöhen. Die gleiche Strafe droht Personen, die – wie es Linksextremisten zu tun pflegen – bei Demonstrationen ihr Gesicht vermummen.

Das Verschleierungsverbot gilt ausnahmslos, also auch für Touristinnen aus arabischen Ländern. Auf Flughäfen und von den Zollbehörden an der Grenze zu Italien erfolgt die Aufklärung über die Gesetzeslage in Tessin. Die aktuelle Gesetzesreform ist übrigens eine Folge einer Volksabstimmung aus dem Jahr 2013. Damals sprachen sich zwei Drittel der Tessiner für eine drastische Verschärfung des Verschleierungsverbotes aus. Giorgio Ghiringhelli, einer der Initiatoren der Initiative, die zu der Volksabstimmung geführt hat, sagt, man will eine Botschaft an islamische Fundamentalisten senden, die sich in Tessin befinden. In der Schweiz leben rund 400.000 Mohammedaner, was etwa fünf Prozent der Bevölkerung entspricht.

Während das Schweizer Bundesparlament keine Probleme mit der Tessiner Gesetzesnovelle hat, kommt von gutmenschlichen Nichtregierungsorganisationen Kritik. So spricht die sattsam bekannte NGO „Amnesty International“ allen Ernstes von einem „schwarzen Tag für die Menschenrechte in Tessin“. Dass unzählige islamische Frauen gezwungen werden, nur vollverschleiert ihr Haus zu verlassen, scheint hingegen kein Problem zu sein.

 

 

Text: B. T.
Bild: Marcello Casal Jr/ABr./wikimedia.org