Der anlaufende Wahlkampf, in dessen Rahmen das rot–schwarz–grüne Establisment mit schein-oppsitionellen Wahlwerbern – das sind Kleingruppen, die politisch nicht ernstzunehmen sind – der einzigen bedeutenden Oppositionskraft das Wasser abgraben will, zeigt ganz deutlich: Es heißt Obacht geben auf unsere Errungenschaften, die seit 1848 mit bisweilen blutigen Opfern erkämpft worden sind. Dazu gehört das geheime Wahlrecht mit dem Verbot, öffentlich zu wählen. Jeder weiß, wohin das führt, wenn es die Machthaber scheinbar großzügig erlauben, gleich vor der Wahlkommission, vor aller Augen, abzustimmen. Da macht sich verdächtig, wer sich in die Wahlzelle begibt.

Das allgemeine und gleiche Wahlrecht – jeder Bürger darf abstimmen, jede Stimme zählt gleichviel – ist das Ergebnis eines langen Ringens, da ursprünglich bloß eine bestimmte Schicht (meist abhängig von der Steuerleistung) wählen durfte. Noch dazu hatte nicht jedes Votum dasselbe Gewicht. Nach dem Kurienwahlrecht wog die Stimme eines Bevorrechteten mehr, da für ein Mandat viel weniger Stimmen notwendig waren. Frühere Wahlordnungen kannten privilegierte Kurien für Großgrundbesitzer und Höchstbesteuerte.

Bis vor wenigen Jahren ist der Bürger, einem Lemming gleich, im Sonntagsgewand zum Wahllokal gepilgert. Hat sein Kreuz bei einer der Parteien des herrschenden Systems gemacht. Heutzutage aber steht das Establisment vor einer Herausforderung: Wie kann man auch in Zukunft erwünschte Wahlresultate kriegen? Mit einem Wort: Ergebnisse, die es den Blockparteien neben dem Erhalt des angestammten Futterplatzes am Steuertrog ermöglichen, weiterhin den Willen der Bürger zu ignorieren, etwa in der Frage der illegalen Einwanderung Unerwünschter.

Nebenbei: Jedem mit Hausverstand ist es einsichtig, dass die Aufnahme syrischer Herzchirurgen, die sich bei genauerem Hinsehen als Analphabeten aus Zentralasien erweisen, unser Sozialsystem belastet. Scheinbar – sohin wirklich bloß zum Schein – schwenken seit ein paar Brottag’ die Etablierten auf die Volksmeinung ein, beklagen die Kosten für die Zugereisten (im nächsten Jahr allein 2,7 Milliarden Euro!) und gaukeln dem Bürger vor, nur sie seien die wahrhaft berufenen Verteidiger unserer Lebensart. Doch durch dieses Schmierenstück kurz vor der Wahl sollte man sich nicht täuschen lassen!

Das neue Stimmverhalten der Bürger gefährdet eine ganze Industrie an sogenannten barmherzigen NGO-Helfern (recte: Schleppern), Winkelpsychologen und -advokaten, sexuell unbefriedigten, nach den Körpern der Unerwünschten gierenden Trostfrauen, Möchtegern-Völkerrechtsexperten, die uns einreden, alle unerwünschten Gäste seien aufzunehmen und durchzufüttern. Ohne faschistoides Murren.

Nun, wie begegnet das System der erwähnten Herausforderung? Zuerst einmal schimpfen ihre medialen Jubelperser wie die Rohrspatzen auf den Pöbel und das Pack, auf die dummen Lümmels, die den Rattenfängern hinterherlaufen und nicht das tun, was die derzeitigen Machtverwalter für richtig halten. Ganz im Gegensatz zu früher. Damals fanden es Salonkommunisten noch in Ordnung, wenn sich die Arbeiterklasse das ungewaschene Maul nicht verbieten ließ. Heute jaulen sie bei jedem Schimpfwort auf und nennen es Hass, was doch einst als so authentisch galt. Kritik wird als Hetze denunziert.

 

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[Bild: Alexander Hauk/Wikipedia]