Auch die zweite Runde der französischen Departementwahlen stellte unter Beweis, dass der patriotische Front National zweitstärkste politische Kraft ist. Die Partei Marine Le Pens erreichte im Landesschnitt 25 Prozent der Stimmen, um vier Prozent weniger als die Konservativen, aber um vier Prozent mehr als die Sozialisten. Ein großes Wahlziel verfehlte Le Pen jedoch: In einem Departement die absolute Mehrheit zu erreichen.

Im Vorfeld der zweiten Wahlrunde hatte sich das politische Establishment zu einer Phalanx gegen den Front National zusammengetan. Um den Vormarsch der „bösen Rechten“ zu stoppen, wurden Ideologien zweitrangig, und Sozialisten gaben für die Bürgerlichen Wahlempfehlungen ab oder umgekehrt. Dass damit der Demokratie ein denkbar schlechter Dienst erwiesen wird, versteht sich von selbst.

Fragwürdige politische Allianzen gibt es auch in Österreich, und zwar gegen die FPÖ oder eines ihrer Kandidaten. So musste sich gestern bei der Bürgermeister-Stichwahl in Hohenems Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger nur knapp Amtsinhaber Amann von der ÖVP geschlagen geben. Amann hatte die ganze Bandbreite des politisch korrekten Gutmenschentums hinter sich.

 

B. T.

 

 

(Bild: vfreiheitliche.at)